
Botulinumtoxin Typ A hemmt vorübergehend die Freisetzung des Botenstoffs Acetylcholin an bestimmten Nervenendigungen. Dadurch wird das Signal vom Nerv auf den behandelten Muskel abgeschwächt und der Muskel zieht sich weniger stark zusammen.
Bei mimischen Falten kann sich die Haut während Bewegungen wie Stirnrunzeln oder Zusammenkneifen der Augen dadurch weniger stark falten. Botox füllt eine Falte jedoch nicht auf und verändert auch kein verlorenes Volumen.
Einen allgemeinen Überblick über Einsatzbereiche, Ablauf und wichtige Überlegungen finden Sie auf unserer Seite zu Botox-Behandlungen.

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Botox ist der Markenname eines Arzneimittels mit Botulinumtoxin Typ A. Umgangssprachlich wird „Botox“ häufig auch für Behandlungen mit anderen Botulinumtoxin-Typ-A-Präparaten verwendet.
Der Wirkstoff greift an bestimmten Nervenendigungen an. Dort vermindert er vorübergehend die Freisetzung von Acetylcholin. Dieser Botenstoff ist unter anderem dafür verantwortlich, dass ein Nerv einem Muskel das Signal zur Kontraktion übermittelt.
Wird weniger Acetylcholin freigesetzt, erreicht den behandelten Muskel ein schwächeres Aktivierungssignal. Die Muskelaktivität nimmt dadurch vorübergehend ab.
Wie stark die Bewegung reduziert wird, hängt unter anderem von der behandelten Muskulatur, der verwendeten Menge, der Injektionsstelle und dem individuellen Behandlungsplan ab.
Die Verbindung, an der ein motorischer Nerv sein Signal an einen Muskel weitergibt, wird als neuromuskuläre Verbindung oder motorische Endplatte bezeichnet.
Normalerweise wird am Ende des Nervs Acetylcholin freigesetzt. Der Botenstoff bindet anschließend an Rezeptoren der Muskelzelle und trägt dazu bei, eine Muskelkontraktion auszulösen.
Botulinumtoxin Typ A wirkt auf der Seite des Nervenendes, also bevor Acetylcholin an die Muskelzelle weitergegeben wird.
SNAP-25 ist ein Protein, das an der Freisetzung von Acetylcholin aus dem Nervenende beteiligt ist. Botulinumtoxin Typ A spaltet dieses Protein.
Dadurch können bestimmte Vesikel mit Acetylcholin vorübergehend nicht mehr in normalem Umfang mit der Zellmembran verschmelzen. Es wird weniger Acetylcholin freigesetzt und die Signalübertragung zum Muskel nimmt ab.
Botox blockiert deshalb nicht einfach „den gesamten Nerv“. Es beeinflusst gezielt einen Schritt der Signalübertragung zwischen Nervenende und Muskel.
Der Nerv kann weiterhin ein Signal erhalten. Dieses Signal wird an der behandelten Nerven-Muskel-Verbindung jedoch vorübergehend weniger wirksam an den Muskel weitergegeben.

Botulinumtoxin reduziert vorübergehend die Aktivität der behandelten Muskulatur. Der Muskel wird nicht entfernt oder dauerhaft ausgeschaltet, sondern erhält zeitweise weniger Signale zur Kontraktion.
Wie viel Bewegung erhalten bleibt, ist individuell unterschiedlich. Ziel einer kosmetischen Behandlung muss nicht sein, jede Bewegung vollständig zu unterdrücken.
Dynamische Falten entstehen vor allem während einer Muskelbewegung. Zieht sich die beteiligte Muskulatur weniger stark zusammen, wird auch die darüberliegende Haut weniger stark gefaltet.
Bei einer bereits in Ruhe sichtbaren Falte kann die geringere Bewegung die wiederholte Hautfaltung reduzieren. Eine bestehende statische Falte muss dadurch jedoch nicht vollständig verschwinden.
Botulinumtoxin ersetzt kein verlorenes Volumen. Mehr dazu erfahren Sie beim Unterschied zwischen Botox und Fillern.
Die Wirkung entsteht nicht unmittelbar während der Injektion. Botulinumtoxin muss zunächst an den betreffenden Nervenendigungen wirken und die Acetylcholin-Freisetzung reduzieren.
Erste Veränderungen der Muskelbewegung können nach einigen Tagen auffallen. Wann die Wirkung deutlich beurteilt werden kann, hängt unter anderem vom verwendeten Arzneimittel, der behandelten Muskulatur, der Injektionsstelle und der individuellen Reaktion ab.
In der ästhetischen Praxis wird ein Ergebnis häufig erst nach mehreren Tagen beziehungsweise im Rahmen einer späteren Kontrolle beurteilt. Eine einzelne Zeitangabe sollte deshalb nicht als Garantie für jedes Präparat und jede Behandlung verstanden werden.
Die Nerven und Muskeln werden durch die Behandlung nicht dauerhaft zerstört. Die Signalübertragung erholt sich mit der Zeit, sodass die Muskelaktivität schrittweise zurückkehrt.
Wenn Sie speziell wissen möchten, wie lange dieser Effekt anhalten kann, lesen Sie weiter unter Wie lange wirkt Botox?.
Botulinumtoxin wird gezielt in oder nahe an einer vorgesehenen Muskulatur injiziert. Die gewählte Menge und die Position der Injektionen beeinflussen, welche Muskelanteile erreicht werden und wie stark die Muskelaktivität abnimmt.
Ein Arzt oder eine Ärztin beurteilt deshalb nicht nur die sichtbare Falte, sondern auch die zugrunde liegende Muskelbewegung und das Zusammenspiel benachbarter Strukturen.
In einigen Fällen kann auch eine benachbarte Muskulatur stärker beeinflusst werden als beabsichtigt. Abhängig vom behandelten Bereich können dadurch vorübergehend beispielsweise Asymmetrien oder Veränderungen der Muskelbewegung auftreten.
Ausführlichere Informationen finden Sie unter mögliche Botox-Komplikationen.
Ob eine Behandlung medizinisch infrage kommt, muss individuell beurteilt werden. Bei einer rein kosmetischen Botulinumtoxin-Behandlung ist eine Schwangerschaft ein wichtiger Grund, die geplante Behandlung mit einem Arzt oder einer Ärztin zu besprechen und gegebenenfalls zu verschieben.
Mehr dazu finden Sie auf der Seite zu Botox während der Schwangerschaft.
Die Übertragung zwischen Nerv und Muskel wird nur vorübergehend reduziert. Mit der Zeit stellt sich die Signalübertragung schrittweise wieder her und die Muskelaktivität nimmt erneut zu.
Treten nach einer Behandlung Beschwerden beim Schlucken, Sprechen oder Atmen auf, sollte sofort medizinische Hilfe gesucht werden. Solche Beschwerden gehören nicht zu den üblichen örtlichen Reaktionen an einer Injektionsstelle.
Nein. Acetylcholin ist nicht nur an der Aktivierung von Muskeln beteiligt, sondern auch an der Steuerung bestimmter Drüsen.
Bei starkem Schwitzen kann Botulinumtoxin beispielsweise die cholinerge Signalübertragung zu Schweißdrüsen vorübergehend reduzieren. Das Grundprinzip ähnelt damit der Wirkung an der Nerven-Muskel-Verbindung, das Behandlungsziel ist jedoch ein anderes.
Mehr über diese Anwendung lesen Sie unter Botox gegen starkes Schwitzen.
Botulinumtoxin wird außerdem bei verschiedenen medizinischen Indikationen eingesetzt. Diese Anwendungen folgen eigenen medizinischen Behandlungsprotokollen und werden auf dieser Seite nicht im Detail behandelt.
Die biologische Wirkung von Botulinumtoxin ist bekannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Behandlung gleich geplant oder durchgeführt wird.
Bei einem Beratungsgespräch sollte unter anderem geklärt werden, welche Muskulatur behandelt werden soll, welches Ergebnis realistisch besprochen werden kann und welche Bewegung erhalten bleiben soll.
Beim Vergleich können Sie unter anderem auf folgende Punkte achten:
medizinische Qualifikation der behandelnden Person;
relevante Erfahrung mit Botulinumtoxin und dem vorgesehenen Behandlungsbereich;
individuelle Beurteilung der Anatomie und Mimik;
verständliche Erklärung von Möglichkeiten und Grenzen;
Informationen zu möglichen Nebenwirkungen und Komplikationen;
Nachsorge und Vorgehen bei unerwarteten Beschwerden.
Eine Approbation ist ein wichtiger beruflicher Nachweis für Ärzte und Ärztinnen in Deutschland, belegt für sich allein jedoch keine besondere Erfahrung mit einer bestimmten ästhetischen Behandlung.
Weitere Kriterien finden Sie unter Botox-Behandlungen vergleichen.








Botulinumtoxin muss zunächst an den betreffenden Nervenendigungen wirken und dort die Freisetzung von Acetylcholin reduzieren. Die Muskelaktivität verändert sich deshalb schrittweise und nicht unmittelbar im Moment der Injektion.
Botulinumtoxin reduziert vorübergehend die Signalübertragung vom Nerv zum behandelten Muskel. Dadurch erhält der Muskel weniger Aktivierungssignale und kann sich weniger stark zusammenziehen.
Nein. Botulinumtoxin Typ A beeinflusst vor allem die Freisetzung von Acetylcholin an bestimmten Nervenendigungen. Der Nerv wird dadurch nicht vollständig oder dauerhaft ausgeschaltet.
SNAP-25 ist an der Freisetzung von Acetylcholin aus dem Nervenende beteiligt. Botulinumtoxin Typ A spaltet SNAP-25 und reduziert dadurch vorübergehend die Freisetzung dieses Botenstoffs.
Ja. Wie viel Bewegung bestehen bleibt, hängt unter anderem von der behandelten Muskulatur, der verwendeten Menge, den Injektionsstellen und dem individuellen Behandlungsplan ab.
Botulinumtoxin reduziert vor allem Muskelaktivität. Eine Falte, die auch bei entspannter Muskulatur sichtbar ist, kann daher trotz verminderter Bewegung weiterhin bestehen.
Die Nerven-Muskel-Übertragung wird nicht dauerhaft ausgeschaltet. Sie stellt sich mit der Zeit schrittweise wieder her, wodurch die Muskelaktivität zurückkehrt.
Ein begrenzter Effekt kann unter anderem mit der behandelten Muskulatur, der verwendeten Menge, der Injektionsstelle, dem Zeitpunkt der Beurteilung oder der Ursache der sichtbaren Falte zusammenhängen.
Lesen Sie mehr darüber, warum Botox manchmal nicht wie erwartet wirkt.
Ja. Acetylcholin spielt auch bei der Steuerung bestimmter Schweißdrüsen eine Rolle. Botulinumtoxin kann dort die cholinerge Signalübertragung vorübergehend reduzieren.
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