Interview mit Dr. med. Thorsten Schmidt – Ganzheitliche Medizin & Ästhetik

Interview mit Dr. med. Thorsten Schmidt

In unserer Serie Experten der ästhetischen und ganzheitlichen Medizin sprechen wir mit Dr. med. Thorsten Schmidt. Als Allgemeinmediziner, Notarzt, ehemaliger Bundeswehrarzt und Familienmensch vereint er medizinische Erfahrung mit einer klaren, verantwortungsvollen Haltung. Sein Ansatz ist ganzheitlich, zurückhaltend und stets auf das Wohl des Menschen ausgerichtet – unabhängig davon, ob es um klassische Hausarztmedizin, Notfallversorgung oder ästhetische Fragestellungen geht.

Interview mit Dr. med. Thorsten Schmidt – Ganzheitliche Medizin & Ästhetik

Herr Dr. Schmidt, Sie vereinen viele Rollen: Arzt, Familienmensch, Notarzt und ehemaliger Bundeswehrarzt. Wie prägen diese unterschiedlichen Lebensbereiche Ihre Arbeit als Mediziner?

Ich verstehe mich in erster Linie als Allgemeinmediziner. Das bedeutet, den ganzen Menschen im Blick zu behalten – medizinisch, körperlich und im Alltag. Meine Erfahrungen aus unterschiedlichen Lebensbereichen helfen mir, Dinge einzuordnen, Prioritäten zu setzen und nicht jeder Mode oder jedem Wunsch unreflektiert zu folgen. Medizin braucht Haltung. Und diese Haltung bleibt dieselbe, egal ob es um Bluthochdruck, Gewichtsprobleme oder ästhetische Fragen geht.

Sie betonen, wie wichtig Ihnen persönliche und zwischenmenschliche Aspekte sind. Inwiefern beeinflusst Ihre familiäre Verantwortung den Umgang mit Ihren Patientinnen und Patienten?

Familie schärft den Blick für das Wesentliche. Man entwickelt ein gutes Gespür dafür, was realistisch, sinnvoll und tragbar ist. Diese Perspektive nehme ich mit in die Praxis. Ich erkläre Behandlungen so, dass sie verstanden werden, und treffe Entscheidungen gemeinsam mit meinen Patientinnen und Patienten. Medizin soll unterstützen – nicht zusätzlich belasten.

Ihre medizinische Laufbahn begann in der Chirurgie. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit sind für Ihre heutige Arbeit besonders wertvoll geblieben?

Die Chirurgie lehrt Klarheit. Man lernt, nicht alles zu machen, was theoretisch möglich wäre, sondern das, was für den Menschen wirklich sinnvoll ist. Gleichzeitig lernt man, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen – und sie nicht aufzuschieben. Dieses Denken prägt meine Arbeit bis heute. In der Allgemeinmedizin wie auch in der Ästhetik gilt für mich: Weniger ist oft mehr, wenn es gut durchdacht, fachlich sauber und individuell passend umgesetzt wird.

Während Ihrer Ausbildung haben Sie sich intensiv mit Botox-Behandlungen beschäftigt und Ihr Wissen unter anderem an der Charité vertieft. Was hat Sie an diesem Bereich besonders interessiert?

Mich hat fasziniert, wie präzise und verantwortungsvoll ästhetische Medizin sein kann. Gute ästhetische Behandlungen fallen nicht auf. Sie verändern keinen Menschen, sondern erhalten sein natürliches Erscheinungsbild. Das ist mein Anspruch bis heute. Ich arbeite nicht trendgetrieben, sondern evidenzbasiert und anatomisch fundiert.

Sie haben sich bewusst für einen Wechsel zur Allgemeinmedizin entschieden. Was hat diesen Schritt für Sie ausschlaggebend gemacht?

Die Allgemeinmedizin vereint Übersicht und Verantwortung. Ich begleite Menschen über lange Zeiträume, kenne ihre Krankengeschichte, ihre Lebensumstände und oft auch ihre Sorgen. Das ermöglicht fundierte Entscheidungen – auch dann, wenn es um präventive oder ästhetische Maßnahmen geht. Alles greift ineinander. Und nicht zuletzt ist die Allgemeinmedizin auch familienfreundlicher.

Nach 23 Jahren bei der Bundeswehr sind Sie als Oberfeldarzt der Reserve ausgeschieden und waren unter anderem im Kosovo und in Mali im Einsatz. Welche Eindrücke aus diesen Auslandseinsätzen begleiten Sie bis heute?

Auslandseinsätze relativieren vieles. Medizin reduziert sich dort auf das Wesentliche: schnelle Entscheidungen, begrenzte Ressourcen und hohe Verantwortung. Besonders in Mali habe ich gelernt, wie wichtig Teamarbeit und klare Kommunikation sind. Diese Erfahrungen schärfen den Blick – auch im zivilen Alltag – für das, was wirklich zählt.

Neben Ihrer Tätigkeit als praktischer Arzt arbeiten Sie auch als Notarzt. Was fasziniert Sie an der Arbeit im Notfalldienst?

Der Notfalldienst hält den Blick klar. Er erinnert daran, was wirklich zählt: stabilisieren, helfen, Verantwortung übernehmen. Diese Arbeit erdet und sorgt dafür, dass man auch im Praxisalltag sachlich bleibt und Entscheidungen nicht emotional oder wirtschaftlich motiviert trifft.

Sie engagieren sich ehrenamtlich beim Bayerischen Roten Kreuz, Bereitschaft Maxhütte-Haidhof. Welche Rolle spielt dieses Ehrenamt für Sie?

Im Ehrenamt beim Bayerischen Roten Kreuz erlebt man Medizin sehr unmittelbar. Bei vielen Veranstaltungen wird ein Notarzt benötigt – etwa bei Kampfsportevents oder Go-Kart-Rennen. Dazu kommen Übungen mit anderen Rettungsorganisationen wie der Feuerwehr sowie Betreuungsdienste nach größeren Einsätzen. Dieses Ehrenamt eröffnet einen anderen Blick auf medizinische Versorgung: weg vom Einzeltermin, hin zum Zusammenspiel vieler. Medizin als Teamarbeit – pragmatisch und nah am Menschen.

Empathie und Verständnis nennen Sie als zentrale Werte. Wie gelingt es Ihnen, diese auch in stressigen oder akuten Situationen zu bewahren?

Empathie bedeutet nicht, sich zu verlieren. Sie heißt zuzuhören, aufmerksam zu sein, klar zu bleiben und ehrlich zu sprechen. Achtsamkeit hilft mir, auch in anspruchsvollen Situationen eine gewisse Gelassenheit zu bewahren – auch wenn das nicht immer perfekt gelingt. Ich bin grundsätzlich direkt und sage Dinge offen. Das gefällt nicht jedem, ist mir aber wichtig. Patienten schätzen am Ende keine beschönigten Aussagen, sondern Verlässlichkeit, Klarheit und Ehrlichkeit.

Abschließend: Was macht für Sie einen guten Arzt aus – fachlich wie menschlich?

Fachliche Kompetenz, eine klare Haltung und die Bereitschaft, auch einmal Nein zu sagen. Dazu gehört kontinuierliche Weiterbildung, der Blick über den eigenen Tellerrand und die Offenheit für sinnvolle Weiterentwicklung. Medizin ist kein Markt für kurzfristige Trends, sondern ein Vertrauensberuf. Diesem Anspruch versuche ich jeden Tag gerecht zu werden.


Mehr Informationen

👉Profil von Dr. med. Thorsten Schmidt
👉Ästhetik Schwandorf – Dr. med. Thorsten Schmidt

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