Im November 2025 war ich zunächst bei einer anderen Chirurgin, welche mir nach kurzer Sichtprüfung mitteilte, dass meine Steißbeinfistel mittels großer Ausschneidung und offener Wundheilung entfernt werden müsse.
Auch ohne Ahnung von der Materie wollte ich wissen, ob es nicht eine etwas "kompaktere" Lösung gibt, bei der man nicht sein ganzes Leben die nächs...
Mehr anzeigen »
Im November 2025 war ich zunächst bei einer anderen Chirurgin, welche mir nach kurzer Sichtprüfung mitteilte, dass meine Steißbeinfistel mittels großer Ausschneidung und offener Wundheilung entfernt werden müsse.
Auch ohne Ahnung von der Materie wollte ich wissen, ob es nicht eine etwas "kompaktere" Lösung gibt, bei der man nicht sein ganzes Leben die nächsten 6 Monate nach der OP ausrichten muss.
Wer nach Informationen zur Steißbeinfistel sucht, landet relativ schnell auf der Internetseite der Arztpraxis von Hr. Mortazawi.
Also nutzte ich das dortige Kontaktformular, beschrieb meine Situation, nach einem sehr netten Mailkontakt schickte ich Fotos der Fistel und nach einem weiteren Telefonat hatte ich einen Termin im Januar.
Am 16.1. war es dann so weit: Per Zug ging es von Hannover nach Remscheid-Lennep. (Ein Tipp für alle Personen mit weiterem Anreiseweg, die etwas zu früh da sind: Die Gastronomie in Lennep ist Vormittags etwas eingeschränkt, für ein Getränk oder einen Snack ist aber das "Gasthau König von Preußen" super, befindet sich etwa 100 Meter fußläufig der Arztpraxis und hat Vormittags geöffnet).
Noch ein Hinweis für alle Zugreisenden: Lennep ist etwas hügelig. Merkt man auf dem Hinweg nicht unbedingt, aber nehmt für den Rückweg zum Bahnhof ein Taxi, Kostenpunkt 7 bis 8 Euro. Auf der Fahrt merkt man dann auch, dass es sehr steil ist, und ziemlich sicher nicht so klasse ist, sowas direkt nach der OP zu Fuß zu machen
Zurück zur OP: Alle Menschen super nett, Praxis macht einen super Eindruck! Ordentlich, hell, sauber, modern.
Nach kurzer Wartezeit ging es dann in den OP.
Die Fistel wurde begutachtet, es wurde ausführlich erklärt was getan wird, man konnte jede noch so doofe Frage stellen - man fühlt sich wirklich super aufgehoben.
Bäuchlings geht es dann auf die OP-Liege, die Stelle wird betäubt - und dann kommt die Magie: In dem Augenblick, in dem ich fragen wollte, wann die Vorbereitung fertig wäre und es unangenehm wird, war alles fertig. Kein Ziehen, kein Zwicken, nicht mal ein unangenehmes Geräusch eines Instrumentes o.ä. Gar nichts. Ich habe absolut nichts davon mitbekommen! Am Ende hatte ich zwei kleine Löcher von wenigen mm am Steißbein.
Anschließend wurde die Stelle mit einem Druckverband verbunden, es wurde noch mal genau erläutert was gemacht wurde, wie man die Wunde pflegen und reinigen soll etc., Fragen wurden beantwortet, und anschließend gab es noch eine kurze Wartezeit vor der Endkontrolle, in der man sich auf den Druckverband setzen sollte, um die akute, leichte Blutung zu stoppen.
Hat nicht groß nachgeblutet, also mit Taxi (siehe oben, hab ich auch erst vor Ort durch Hinweis realisiert) zurück zum Bahnhof und zurück nach Hannover. Schmerzen? Nö. Nichts. Selbst die erste Nacht habe ich nun hinter mir - kein starkes nachsiffen oder bluten der Wunde, keine Schmerzen - nichts.
Stand jetzt (und ich gehe davon aus, dass es so bleibt) hat sich dieser eine Tag "Ausflug nach Remscheid" für mich absolut gelohnt. Die Alternative wäre eine großflächige Ausschneidung/Exzision der Stelle gewesen, mit monatelanger Heilung, Vollnarkose, Einschränkungen etc.
Absolut empfehlenswert, 5/5 Sternen!
Weniger anzeigen »