
Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbaut. In der ästhetischen Medizin kann es eingesetzt werden, um zuvor injizierte Hyaluronsäure-Filler abzubauen oder gezielt zu korrigieren. Filler aus anderen Hauptmaterialien lassen sich damit nicht auf die gleiche Weise auflösen.
Hyaluronidase ist jedoch nicht automatisch die richtige Behandlung bei jeder Schwellung, Verhärtung, Asymmetrie oder anderen Veränderung nach einer Fillerbehandlung. Vor der Anwendung sollte ärztlich beurteilt werden, welches Fillermaterial vorhanden ist, wo es liegt und was die Beschwerden wahrscheinlich verursacht.
Wenn Sie zunächst die verschiedenen Produktgruppen einordnen möchten, finden Sie einen Überblick auf der Seite über Filler.

Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbauen kann. Für ästhetische Behandlungen ist diese Eigenschaft relevant, weil viele temporäre Dermalfiller auf Hyaluronsäure basieren.
Das Hyaluronsäure-Gel eines Fillers ist in der Regel chemisch verändert beziehungsweise vernetzt, damit es im Gewebe länger bestehen bleibt als unvernetzte Hyaluronsäure. Deshalb können verschiedene Hyaluronsäure-Filler unterschiedlich auf Hyaluronidase reagieren. Unter anderem spielen die Formulierung, die Vernetzung und die Lage des Fillermaterials eine Rolle.
Hyaluronidase wirkt damit nicht auf „Filler“ als allgemeine Behandlungskategorie, sondern auf Hyaluronsäure als Material. Mehr über diese Produktgruppe erfahren Sie unter Was sind Hyaluronsäure-Filler?.
Hyaluronidase bezeichnet den Wirkstoff beziehungsweise das Enzym. HYLASE® Dessau ist der Name eines in Deutschland zugelassenen Arzneimittels, das Hyaluronidase enthält.
Die zugelassene Anwendung von HYLASE® Dessau 150 I.E. betrifft den Einsatz zusammen mit Lokalanästhetika bei bestimmten Anästhesieverfahren in der Augenheilkunde. Das kosmetische Auflösen von Hyaluronsäure-Fillern gehört nicht zu den in dieser Fachinformation genannten Anwendungsgebieten.
Ja. Wird Hyaluronidase zum Abbau kosmetischer Hyaluronsäure-Filler eingesetzt, erfolgt die Anwendung außerhalb der zugelassenen Indikation. Dies wird als Off-Label-Anwendung bezeichnet.
Off-label bedeutet nicht automatisch, dass eine Behandlung ungeeignet ist. Es bedeutet, dass das Arzneimittel für einen anderen Zweck eingesetzt wird als in seiner Zulassung angegeben. Die Ärztin oder der Arzt sollte deshalb erklären, warum Hyaluronidase in der konkreten Situation erwogen wird und welche Risiken, Grenzen und möglichen Alternativen relevant sind.
Hyaluronidase kann Hyaluronsäure-Filler abbauen. Filler, deren eigentlicher Füllstoff aus einem anderen Material besteht, lassen sich mit dem Enzym nicht auf die gleiche Weise auflösen.
Deshalb ist vor einer geplanten Korrektur wichtig, möglichst genau festzustellen, welches Produkt zuvor injiziert wurde. Produktname, Behandlungsdokumentation oder Informationen der ursprünglichen Praxis können dabei hilfreich sein.
Ist das verwendete Produkt unbekannt, sollte Hyaluronidase nicht allein aufgrund des sichtbaren oder tastbaren Befunds eingesetzt werden. Zunächst muss geklärt werden, welches Material wahrscheinlich vorhanden ist und wodurch die Veränderung entstanden sein könnte.
Hyaluronsäure-Filler
Das Enzym kann Hyaluronsäure abbauen. Wie stark und gleichmäßig ein bestimmtes Fillerprodukt reagiert, kann je nach Formulierung, Vernetzung, Menge und Lage variieren.
Andere Fillermaterialien
Filler auf Basis anderer Hauptmaterialien, beispielsweise Calciumhydroxylapatit oder Poly-L-Milchsäure, werden durch Hyaluronidase nicht wie Hyaluronsäure-Filler abgebaut.
Erst Material und Ursache beurteilen
Ist nicht bekannt, welcher Filler injiziert wurde, sollte zunächst die Vorgeschichte und das behandelte Gebiet beurteilt werden. Eine sichtbare Schwellung oder ein tastbarer Knoten verrät nicht zuverlässig, aus welchem Material ein früherer Filler besteht.
Nicht jede unerwünschte Veränderung nach einer Fillerbehandlung wird durch Hyaluronsäure-Filler verursacht, die lediglich „aufgelöst“ werden müssen.
Eine Verdickung oder Asymmetrie kann beispielsweise mit der Menge oder Position eines Fillers zusammenhängen. Es kommen jedoch auch vorübergehende Schwellungen, entzündliche Reaktionen oder andere Ursachen infrage. Zusätzlich kann zuvor ein Fillermaterial verwendet worden sein, auf das Hyaluronidase nicht wirkt.
Eine genauere ärztliche Beurteilung ist besonders wichtig, wenn:
das verwendete Fillerprodukt nicht bekannt ist;
die Ursache einer Schwellung oder Verhärtung unklar ist;
mehrere Fillerbehandlungen im gleichen Gebiet durchgeführt wurden;
unterschiedliche Fillerprodukte verwendet worden sein könnten;
Beschwerden neu auftreten oder deutlich zunehmen;
Hinweise auf eine Komplikation bestehen.
Das Ziel ist nicht, möglichst schnell Hyaluronidase einzusetzen, sondern zunächst zu klären, ob Hyaluronsäure überhaupt die relevante Ursache des Befunds ist.
Ja, bei einer geplanten Korrektur muss das Ziel nicht immer darin bestehen, möglichst viel Hyaluronsäure-Filler abzubauen. Je nach Befund kann eine Ärztin oder ein Arzt versuchen, nur einen begrenzten Teil des vorhandenen Materials zu reduzieren.
Eine partielle Korrektur bedeutet jedoch nicht, dass vorab ein exakter Prozentsatz wie „30 % des Fillers“ ausgewählt werden kann. Hyaluronidase verteilt sich lokal im behandelten Gewebe, und die Reaktion hängt unter anderem vom Fillerprodukt, seiner Position, seiner Menge und der Anwendung des Enzyms ab.
Das kosmetische Endergebnis lässt sich deshalb nicht millimetergenau oder als fester Prozentsatz vorhersagen.
Hyaluronidase kann nach der Injektion lokal beginnen, Hyaluronsäure abzubauen. Das sichtbare Ergebnis lässt sich unmittelbar danach jedoch nicht immer zuverlässig beurteilen.
Die Injektion selbst kann vorübergehend Schwellung, Rötung oder Druckempfindlichkeit verursachen. Außerdem reagieren unterschiedliche Hyaluronsäure-Filler nicht zwingend gleich stark auf das Enzym.
Wenn nach der ersten Korrektur weiterhin eine Veränderung sichtbar oder tastbar ist, sollte daher zunächst erneut beurteilt werden, was die Ursache ist. Eine weitere Hyaluronidase-Anwendung ist nicht automatisch der nächste Schritt.
Plötzliche Sehstörungen, starke oder rasch zunehmende Schmerzen sowie auffällig blasse, gräuliche oder fleckige Haut nach einer Fillerinjektion sollten schnell medizinisch beurteilt werden.
Solche Symptome unterscheiden sich grundsätzlich von einer geplanten kosmetischen Korrektur eines unerwünschten Ergebnisses. Versuchen Sie bei akuten Beschwerden nicht selbst einzuschätzen, ob Hyaluronidase notwendig ist.
Weitere Informationen zu einem möglichen Gefäßproblem finden Sie auf der Seite über Filler-Nekrose und Warnzeichen.
Nach der Injektion können vorübergehend lokale Reaktionen wie Rötung, Schwellung, Druckempfindlichkeit, Schmerzen an der Einstichstelle oder ein Bluterguss auftreten. Kontaktieren Sie die behandelnde Praxis, wenn Beschwerden unerwartet stark sind, deutlich zunehmen oder nicht zu den zuvor besprochenen Reaktionen passen.
Überempfindlichkeitsreaktionen auf Hyaluronidase sind möglich. Bekannte Allergien sowie frühere auffällige Reaktionen auf Arzneimittel sollten deshalb vor einer geplanten Behandlung mit der Ärztin oder dem Arzt besprochen werden. Zeichen einer schweren akuten allergischen Reaktion erfordern eine unmittelbare medizinische Beurteilung.
Hyaluronidase lässt sich nicht auf ein exakt vorhersehbares kosmetisches Endergebnis einstellen. Ein Teil des Fillers kann bestehen bleiben oder das behandelte Gebiet kann nach dem Abbau anders wirken als erwartet. Vorübergehende Schwellungen können die frühe Beurteilung zusätzlich erschweren.
Hyaluronidase wirkt auf Hyaluronsäure und unterscheidet auf enzymatischer Ebene nicht einfach zwischen Hyaluronsäure aus einem Filler und Hyaluronsäure, die natürlicherweise im Gewebe vorkommt. Der lokale Effekt hängt unter anderem von Ort und Ausmaß der Einwirkung ab. Deshalb sollte das Enzym gezielt und nach ärztlicher Beurteilung angewendet werden.
Das kosmetische Auflösen von Hyaluronsäure-Fillern gehört nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von HYLASE® Dessau 150 I.E. Die Anwendung zu diesem Zweck erfolgt daher off-label. Vor einer geplanten Behandlung sollte erläutert werden, warum das Arzneimittel eingesetzt werden soll und welche relevanten Risiken und Alternativen bestehen.
Hyaluronidase kann bei bestimmten Problemen mit Hyaluronsäure-Fillern eine Rolle spielen. Entscheidend ist jedoch, ob das vorhandene Material tatsächlich aus Hyaluronsäure besteht und ob dessen Abbau zur vermuteten Ursache passt.
Bei einer unerwünschten Verlagerung von Hyaluronsäure-Filler kann eine Korrektur mit Hyaluronidase in Betracht gezogen werden. Ob eine sichtbare Veränderung tatsächlich durch verlagerten Filler entsteht, sollte jedoch zuerst beurteilt werden. Mehr dazu erfahren Sie unter Filler-Migration.
Bei Knoten, länger anhaltenden Schwellungen oder anderen Veränderungen kann die Ursache eine andere sein. Diese Situationen sollten deshalb nicht allein nach ihrem Aussehen als „zu viel Filler“ eingeordnet werden.
Ultraschall beziehungsweise Sonografie kann dabei helfen, bereits injiziertes Fillermaterial und die umliegenden anatomischen Strukturen genauer darzustellen.
Das kann insbesondere relevant sein, wenn unklar ist, wo sich das Material befindet, wenn in derselben Region mehrfach behandelt wurde oder wenn eine frühere Fillerbehandlung nur unvollständig dokumentiert ist.
Bei komplexeren Korrekturen kann die Bildgebung dadurch zusätzliche Informationen für die ärztliche Beurteilung liefern. Sie bedeutet jedoch nicht automatisch, dass jedes Fillermaterial eindeutig identifiziert oder ein kosmetisches Ergebnis exakt vorhergesagt werden kann.
Ultraschall ist außerdem nicht bei jeder geplanten Hyaluronidase-Anwendung zwingend erforderlich. Ob die Untersuchung einen zusätzlichen Nutzen bietet, hängt von der Vorgeschichte, dem Behandlungsgebiet und dem konkreten Befund ab.
Diese Seite erklärt vor allem Hyaluronidase selbst: wie das Enzym wirkt, welche Fillermaterialien es abbauen kann und welche Grenzen und Risiken bei der Anwendung relevant sind.
Wenn Sie stattdessen den Ablauf einer geplanten Korrektur recherchieren möchten, lesen Sie weiter über das Auflösen von Fillern mit Hyaluronidase.
Ob überhaupt eine Behandlung notwendig ist, lässt sich nicht allein anhand eines sichtbaren oder tastbaren Befunds entscheiden. Abwarten oder eine weitere ärztliche Beurteilung können je nach Situation ebenfalls Optionen sein.
Bei einer geplanten Fillerkorrektur können neben dem Standort auch die Erfahrung mit Hyaluronsäure-Fillern, die Beurteilung des vorhandenen Materials, die Aufklärung über Grenzen und Risiken sowie der Umgang mit möglichen Komplikationen relevante Vergleichspunkte sein.
Eine Approbation bestätigt die ärztliche Berufszulassung, ist aber für sich allein kein Nachweis für besondere Erfahrung mit Hyaluronidase oder der Korrektur von Fillern.








Hyaluronidase ist ein Enzym, das Hyaluronsäure abbaut. In der ästhetischen Medizin kann es verwendet werden, um zuvor injizierten Hyaluronsäure-Filler zu reduzieren oder zu korrigieren.
Nicht genau. Hyaluronidase ist der Wirkstoff beziehungsweise das Enzym. HYLASE® Dessau ist ein Arzneimittelname für ein Produkt, das Hyaluronidase enthält.
Hyaluronidase kann Hyaluronsäure-Filler abbauen. Filler aus anderen Hauptmaterialien werden durch das Enzym nicht auf die gleiche Weise aufgelöst.
Nicht als Auflösungsmittel für deren eigentliches Fillermaterial. Radiesse basiert auf Calciumhydroxylapatit und Sculptra auf Poly-L-Milchsäure. Hyaluronidase baut dagegen Hyaluronsäure ab.
Eine begrenzte Korrektur kann versucht werden. Es lässt sich jedoch nicht zuverlässig festlegen, dass ein exakt bestimmter Prozentsatz des Fillers abgebaut wird. Das Ergebnis hängt unter anderem vom Produkt, der Lage und der Reaktion auf Hyaluronidase ab.
Das Enzym kann nach der Injektion lokal mit dem Abbau von Hyaluronsäure beginnen. Das sichtbare Ergebnis ist unmittelbar danach aber nicht immer zuverlässig beurteilbar, da die Injektion selbst vorübergehend Schwellungen verursachen kann.
Hyaluronidase wirkt auf Hyaluronsäure und unterscheidet dabei nicht einfach zwischen Filler-Hyaluronsäure und körpereigener Hyaluronsäure im behandelten Gewebe. Deshalb sollte das Enzym gezielt und nach ärztlicher Beurteilung angewendet werden.
Dann sollte zunächst geklärt werden, welches Material wahrscheinlich vorhanden ist und wodurch die Veränderung entsteht. Je nach Situation können Behandlungsunterlagen, die ursprüngliche Praxis oder zusätzliche Bildgebung bei der Beurteilung helfen.
Ja. Das kosmetische Auflösen von Hyaluronsäure-Fillern gehört nicht zu den zugelassenen Anwendungsgebieten von HYLASE® Dessau 150 I.E. Die Anwendung für diesen Zweck erfolgt deshalb off-label und sollte ärztlich abgewogen und aufgeklärt werden.
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